Familie

Eine Million pro Kind – stimmt diese Faustregel?

Wie viel kostet ein Kind? Können wir uns eine Familie überhaupt leisten? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Ausgaben mit der Familiengründung auf Sie zukommen.

Ein Kind ist für viele Menschen eine grosse Bereicherung. Gleichzeitig verändert es das Leben der Eltern grundlegend – emotional, organisatorisch und finanziell. Wir zeigen Ihnen, wie sich Ihre finanziellen Ausgaben mit der Familiengründung verändern und welche Kosten in welchem Alter anfallen.

Was kostet ein Baby im ersten Lebensjahr?

Viele Eltern kaufen bereits während der Schwangerschaft erste Babyartikel: vom Kinderwagen über das Babybett und den Autositz bis hin zu den ersten Babykleidern. Für diese Erstausstattung fallen schnell mehrere Tausend Franken an.

Sind die wichtigsten Dinge angeschafft, kostet ein Baby im ersten Lebensjahr durchschnittlich rund 300 bis 400 Franken pro Monat.

Darin enthalten sind unter anderem:

  • Krankenkassenprämien inklusive Unfallversicherung
  • Zusätzliche Nahrungsmittel
  • Waschmittel und weitere Haushaltsnebenkosten
  • Windeln und Pflegeprodukte
  • Kleidung und Schuhe
  • Arztkosten und Medikamente 

Nicht eingerechnet sind die Kosten für Kinderbetreuung. Für zwei Betreuungstage pro Woche in einer Kita oder bei einer Tagespflegeperson müssen Eltern – je nach Wohnort und Einkommen – mit Kosten von rund 1000 bis 1400 Franken pro Monat rechnen. 

Kleinkindalter: Betreuung bleibt ein grosser Kostenfaktor

Gemäss jugendbudget.ch steigen die monatlichen Ausgaben zwischen dem ersten Geburtstag und dem Kindergarteneintritt weiter. Für Kinder im Alter von einem bis vier Jahren belaufen sich die direkten Kosten auf rund 1400 Franken pro Monat. Darin enthalten sind Ausgaben für Nahrungsmittel, Kleidung, Wohnen, Haushalt, Krankenkasse, Gesundheit, Telefon und Internet sowie Freizeit, Förderung und den öffentlichen Verkehr. 

Zusätzlich fallen häufig weiterhin hohe Betreuungskosten an. Gerade in dieser Phase ist die familienergänzende Betreuung für viele Eltern der grösste Budgetposten. Je nach Betreuungspensum können sich die jährlichen Kosten auf mehrere Tausend Franken summieren.

Familie sitzt zusammen und legt Geld in ein Sparschwein

Monatliches Budget einer vierköpfigen Familie

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Kindergarten- und Schulzeit: Es kommen neue Ausgaben hinzu

Mit dem Eintritt in den Kindergarten sinken die klassischen Betreuungskosten nicht automatisch auf null. Viele Familien sind weiterhin auf eine Tagesschule, einen Mittagstisch oder eine Ferienbetreuung angewiesen. Auch diese Angebote sind kostenpflichtig und sollten im Familienbudget berücksichtigt werden.

Hinzu kommen neue Ausgaben für: 

  • Freizeitaktivitäten und Hobbys
  • Haustiere
  • Vereinsbeiträge
  • Musikinstrumente oder Sportausrüstung
  • Lager und Schulreisen
  • Taschengeld 

Bis zum Ende der Primarschule kostet ein Kind im Durchschnitt rund 1500 Franken pro Monat (ohne individuelle Betreuungskosten). 

Jugendliche und Ausbildung: Die Kosten steigen weiter

In der Oberstufe nehmen die Ausgaben für Mobilität, Freizeit, Kleidung und digitale Geräte zu. Jugendliche verursachen im Durchschnitt Kosten von rund 1800 Franken pro Monat.

Je nach Ausbildungsweg ist Ihr Kind unterschiedlich lange auf finanzielle Unterstützung angewiesen:

  • Berufslehre: Lernende verdienen einen Lehrlingslohn, sind aber meist weiterhin teilweise auf Unterstützung angewiesen.
  • Gymnasium oder Studium: Bei einer weiterführenden Ausbildung fallen deutlich höhere Kosten an.

Wenn ihr Kind studiert und in einer Wohngemeinschaft lebt, müssen Sie – je nach Stadt und Lebensstandard – mit Kosten von rund 1500 bis 2500 Franken pro Monat rechnen.

Gleichbleibende Kosten bei mehreren Kindern?

Wenn eine Familie wächst, sinken die Pro-Kopf-Kosten in gewissen Bereichen. Kleidung, Fahrräder, Spielzeug oder Schulmaterialien können häufig weitergegeben werden. Auch grössere Anschaffungen verteilen sich auf mehrere Kinder.

Allerdings bleiben fixe Kosten wie Krankenkassenprämien, Betreuung oder Ausbildung pro Kind bestehen. 

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Eine Million Franken pro Kind?

Rechnet man die direkten Kosten von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr zusammen, so ergeben sich durchschnittlich rund 1600 Franken pro Kind und Monat. Das entspricht insgesamt rund 350’000 Franken pro Kind. 

Woher kommt also die bekannte Faustregel, dass ein Kind eine Million Franken kostet? Neben den direkten Ausgaben gibt es die sogenannten indirekten Kosten. Diese entstehen, wenn Eltern ihr Arbeitspensum reduzieren oder Karrierechancen zugunsten der Familie zurückstellen. Je nach Einkommen und Familiensituation können diese Einbussen über die Jahre sehr hoch ausfallen – und die Gesamtkosten tatsächlich in Richtung einer Million Franken treiben. 

Zu den indirekten Kosten zählen:

  • Reduktion des Arbeitspensums: weniger Erwerbseinkommen über mehrere Jahre
  • Karriereknick: langfristig tiefere Lohnentwicklung
  • Vorsorgelücken: geringere Einzahlungen in die zweite und dritte Säule 

Gerade diese indirekten Kosten werden häufig unterschätzt.

Können wir uns das leisten?

Ein Kind kostet Geld – und das über viele Jahre hinweg. Eine sorgfältige Planung ist deshalb entscheidend.

Erstellen Sie deshalb frühzeitig ein Familienbudget, in dem alle Einnahmen und Ausgaben transparent aufgeführt sind. So erkennen Sie:

  • wie stark sich eine Pensumsreduktion auswirkt
  • welche Betreuungskosten anfallen
  • wo Sparpotenzial besteht
  • wie viel Sie regelmässig für spätere Ausbildungs- oder Studienkosten zurücklegen können

Wenn möglich, lohnt es sich, bereits während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensjahren des Kindes Rücklagen zu bilden. Dieses finanzielle Polster verschaffen Ihnen Spielraum – sei es für eine Weiterbildung, ein Auslandsjahr oder unvorhergesehene Ausgaben.

Finanzielle Unterstützung für Eltern

Kinder verursachen laufende Kosten. Gleichzeitig gibt es jedoch verschiedene staatliche Entlastungen. Je nach Einkommen und Wohnort können diese das Familienbudget spürbar entlasten.

Familienzulagen

Familienzulagen sind gesetzlich geregelte Beiträge, welche die Mehrkosten für Kinder teilweise ausgleichen sollen. Im Kanton Bern betragen sie: 

  • Kinderzulagen 250 Franken pro Monat bis zum 16. Geburtstag
  • Ausbildungszulagen 310 Franken pro Monat für Jugendliche in Ausbildung (ab 16 Jahren)

Die Zulagen werden in der Regel über den Arbeitgeber ausbezahlt. 

Kinderabzug

Eltern können für ihre minderjährigen Kinder einen pauschalen Abzug in der Steuererklärung geltend machen. Im Kanton Bern beträgt der Kinderabzug:

  • 8300 Franken bei den Kantons- und Gemeindesteuern
  • 6700 Franken bei der direkten Bundessteuer

Dieser Abzug reduziert das steuerbare Einkommen und somit die Steuerbelastung. 

Abzug von Kinderbetreuungskosten 

Kosten für familienergänzende Betreuung – etwa für Kita, Tagesschule oder Tagesfamilien – können bis zum 14. Geburtstag des Kindes steuerlich geltend gemacht werden. Maximal abzugsfähig sind:

  • 25’800 Franken pro Kind bei der direkten Bundessteuer
  • 16’000 Franken pro Kind bei den Kantons- und Gemeindesteuern (Kanton Bern)

Voraussetzung ist, dass die Betreuungskosten im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Erwerbsunfähigkeit der Eltern stehen. 

Prämienverbilligung der Krankenkasse

Familien mit tiefem oder mittlerem Einkommen haben Anspruch auf eine Prämienverbilligung bei der obligatorischen Krankenversicherung. In der Regel erfolgt eine automatische Prüfung des Anspruchs anhand der definitiven Steuerdaten des Vorvorjahres. Falls keine automatische Berechnung erfolgt oder Sie neu in den Kanton Bern gezogen sind, können Sie selbst einen Antrag stellen. 

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Publikationsdatum: 20.10.2020 / aktualisiert am 19.03.2026

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