10 Tipps, wie Sie günstiger und erst noch nachhaltig leben

Bedeutet eigentlich mehr Nachhaltigkeit im Alltag auch höhere Kosten? Oder kann man mit einem nachhaltigen Lebensstil sogar Geld sparen? In unseren 10 praktischen Tipps erfahren Sie, wie Sie Umwelt und Portemonnaie schonen.

Den Fleischkonsum reduzieren

Der bisherige Fleischkonsum von Herrn und Frau Schweizer macht gemäss WWF Schweiz 25 Prozent der ernährungsbedingten Umweltbelastungen aus, während unser Obst- und Gemüsebedarf nur für 7 Prozent der Treibhausgase verantwortlich ist. Wenn wir nur an drei Tagen pro Woche Fleisch und Wurst konsumieren würden, könnten wir unsere eigene Ökobilanz bereits um 20 Prozent verbessern. Dabei sparen wir erst noch Geld, denn Gemüse, Teigwaren, Reis und Kartoffeln kosten weniger als Fleisch und man kann damit genauso feine Gerichte kochen.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: hoch
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach bis mittel

Mit Carsharing-Auto, Zug, Velo und zu Fuss Benzin und CO2 sparen

100 mit dem Auto gefahrene Kilometer verursachen rund 20 Kilogramm CO2. Wenn Sie den Zug nehmen, verbrauchen Sie nur noch 1 bis 6 Kilogramm. Da fast zwei Drittel aller Fahrten in der Schweiz kürzer als 10 Kilometer sind, sind öffentlicher Verkehr oder Velo eine nachhaltige Alternative. Falls Sie in einer Stadt oder einer Agglomeration wohnen, können Sie statt in den eigenen Wagen ins Carsharing-Auto einsteigen. Selbst für Velos gibts mittlerweile funktionierende Sharing-Angebote. Die Kosten für ein Auto in der Schweiz betragen zwischen 6'600 und 12'000 Franken pro Jahr (abhängig vom Kaufpreis, den gefahrenen Kilometern und dem Kraftstoffverbrauch, inklusive Parkplatz, Steuern, Versicherung usw.). Ein GA 2. Klasse kostet eine erwachsene Person 3860 Franken im Jahr (inkl. unlimitierter Fahrten mit städtischem ÖV und Postauto).

  • Nachhaltigkeitsfaktor: hoch
  • Sparfaktor: mittel bis hoch
  • Umstellungsfaktor: mittel

Keine Lebensmittel wegwerfen

Mussten Sie auch schon Lebensmittel wegwerfen? Wenn Sie vermehrt offene Lebensmittel einkaufen statt abgepackte, vermeiden Sie nicht nur Verpackungsmaterial, sondern auch Essensabfälle. Und Sie sparen erst noch Geld. Indem Sie zusätzlich Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, nicht einfach wegwerfen, sondern daran riechen und schmecken, werden Sie feststellen, dass diese oft noch weitaus länger einwandfrei sind. Und wussten Sie, dass Sie z.B. Backwaren vom Vortag günstiger bekommen können? Portionenweise eingefrorenes Essen (oder in Scheiben geschnittenes Brot) ist zudem rasch aufgetaut und das einzig wahre Fast Food.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: hoch
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach

Kleidung länger tragen und vor Ort kaufen

Wie für alle anderen Produkte auch, gilt: Der höchste Energieverbrauch fällt bei der Herstellung an. Deshalb wird auch Kleidung ökologischer und natürlich auch günstiger, je länger sie getragen wird. Wenn Sie Ihre Kleidung dazu noch in der näheren Umgebung einkaufen, unterstützen Sie nicht nur das lokale Gewerbe (Arbeitsplätze, Miet- und Steuereinnahmen), sondern verbessern auch Ihre CO2-Bilanz. Die Tramfahrt in die Stadt und zurück produziert zwar etwa 170 Gramm CO2, spart gegenüber dem Onlinekauf aber bis zu einem Kilogramm an Treibhausgasen. Denn pro bestelltes Paket erhöht sich Ihre CO2-Bilanz um 500 Gramm CO2. Und wenn ein Teil der Bestellung zurückgeschickt wird, kommen nochmal 500 Gramm hinzu.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: hoch
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach

Kleidung schonend waschen

Waschen Sie Kleidung erst dann, wenn die Waschmaschine voll ist, lassen Sie die den Vorwaschgang aus und stellen Sie die Temperatur auf 30 oder 40 Grad. Denn unsere Alltagskleidung ist meist nicht richtig dreckig, da reichen tiefe Temperaturen vollkommen. Indem Sie die Maschine richtig füllen, waschen Sie weniger oft, Sie sparen somit Waschmittel und Energie. Wenn Sie zudem auf Weichspüler verzichten, sparen Sie nicht nur Geld, sondern Sie ersparen auch der Umwelt Parfums und Chemikalien, die in Abwasserreinigungsanlagen teuer aufbereitet werden müssen. Übrigens: Wenn Sie die Wäsche an der Luft statt im Tumbler trocknen, sparen Sie ebenfalls Energie und damit Geld.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: mittel
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach

Geld nachhaltig anlegen und investieren

Als Alternative zu niedrig verzinsten Sparkonten können Sie Erspartes auch in Wertpapieren anlegen. So stellen Sie den entsprechenden Unternehmen Kapital zur Verfügung. Mit nachhaltigen Anlagelösungen investieren Sie dementsprechend auch in nachhaltig ausgerichtete Firmen. Und kombinieren damit das Erreichen Ihrer finanziellen Ziele mit Investitionen zum Wohle von Natur, Umwelt und Gesellschaft. Die BEKB bietet Ihnen schon ab 100 Franken die Möglichkeit, in nachhaltige Anlage- und Vorsorgefonds zu investieren. Und mit unseren nachhaltigen Anlageprodukten für Institutionelle Anleger finden auch Pensionskassen entsprechende Alternativen. Wir beraten Sie gerne.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: mittel
  • Sparfaktor: klein (längerfristig gesehen besteht jedoch die Chance, mit denselben Kosten mehr zu erreichen als mit einem Sparkonto)
  • Umstellungsfaktor: einfach bis mittel

Einen Thermobecher oder fertiges Essen von daheim mitnehmen

Der Coffee-to-go schmeckt im eigenen Thermobecher genau gleich gut wie im Wegwerfbecher. Und Reste vom Vortag oder extra vorbereitetes Essen in der Tupperdose (oder Bento-Box) helfen, Lebensmittel zu verwerten (weniger Foodwaste), Plastikverpackungen zu vermeiden (gekaufte Fertigmenüs und -salate sind immer in Plastik eingeschweisst), gesünder zu essen (keine versteckten Zusatzstoffe) und erst noch Geld zu sparen. Wenn Sie Tipps fürs Vorbereiten von Essen suchen, finden Sie im Internet unter dem Suchbegriff «Meal Prep» eine Vielzahl an Rezepten.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: mittel
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach

Leitungswasser statt abgefülltes Wasser trinken

Leitungswasser in der Schweiz ist nicht nur trinkbar, sondern ein Genuss. Frisch aus dem Wasserhahn in eine hübsche Karaffe gefüllt, ist es der ideale Durstlöscher. Wenn Sie lieber sprudelndes Wasser trinken, kaufen Sie sich einen Wassersprudler mit Kohlensäurekartuschen und schon haben Sie Ihr eigenes Mineralwasser. Mit entsprechenden Sirups stellen Sie sogar aromatisierte Getränke her. So sparen Sie auf der einen Seite Abfall, aber auch eine ganze Menge Geld. Denn Hahnenwasser kostet durchschnittlich 0,2 Rappen pro Liter, ein Liter in der PET-Flasche ist ab etwa 40 Rappen erhältlich.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: hoch
  • Sparfaktor: hoch
  • Umstellungsfaktor: einfach

Reparieren und upcyceln statt wegwerfen

Statt defekte Stücke wegzuwerfen, würde es sich oft lohnen, sie flicken zu lassen. Doch wo? Mittlerweile gibt es in der ganzen Schweiz Repair Cafés, die Unterstützung beim Reparieren bieten oder Reparaturen für wenig Geld für Sie erledigen. Und noch ein Tipp: Bevor Sie alte Kommoden, Türen, Stühle und andere Möbel einfach in den Sperrmüll werfen: Haben Sie schon von Upcycling gehört? Unter diesem Suchbegriff finden Sie im Internet auch in Ihrer Region Schreiner, Tischler und andere (Kunst-)Handwerker, die Ihren alten Stücken neues Leben einhauchen.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: hoch
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach

Warum nicht Secondhand einkaufen?

Vielleicht kostet Sie es etwas Überwindung, Kleidung aus zweiter Hand zu kaufen. Doch die Kleidungsstücke sind gewaschen und gereinigt und – wie vorhin erwähnt – erst dann ökologisch, wenn sie länger als nur eine Saison getragen werden. Zudem kosten die Stücke deutlich weniger. Und selbstverständlich ist Secondhand nicht auf Kleidung beschränkt, sondern auch für Geschirr, Kinderspielzeug, Haushaltsgeräte, Bücher oder Möbel eine nachhaltige und preiswertere Alternative gegenüber dem Kauf von neuer Ware. Fündig werden Sie im Web, über Kleinanzeigen, auf Flohmärkten oder in Sozialkaufhäusern.

  • Nachhaltigkeitsfaktor: mittel
  • Sparfaktor: mittel
  • Umstellungsfaktor: einfach bis mittel

Was bringt mir das?

Was nützt es überhaupt, wenn ich etwas ändere, aber die anderen nicht? Wer sich für ein nachhaltiges, ressourcenleichtes Leben entscheidet, wird zum Vorreiter und gleichzeitig zum Beweis, dass ein verantwortungsbewusstes Leben möglich ist. Weniger zu konsumieren und weniger Energie zu verbrauchen spart nicht nur bares Geld, sondern führt zu mehr Autonomie, Selbstbestimmtheit und erhöht zugleich die eigene Krisenrobustheit. Denn souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig benötigt.

Beitrag in Zusammenarbeit mit Swiss Climate.

Nachhaltig anlegen? Ja gärn!

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