Beim YES Company Programme gründen Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 20 Jahren während eines Schuljahres ein reales Miniunternehmen. Zu Beginn finden sich die Jugendlichen zu Teams zusammen: Wer arbeitet mit wem? Wie soll die Jungfirma heissen? Und welches Produkt wollen wir entwickeln? Dann verteilen sie die Rollen in ihrem Unternehmen und geben sich Titel wie CEO, COO oder CMO.
Danach beginnt die eigentliche Unternehmensarbeit. Die Teams entwickeln ihre Geschäftsidee, schreiben einen Businessplan, eröffnen ein Firmenkonto, produzieren, kalkulieren, vermarkten und verkaufen. Sie führen die Buchhaltung, rechnen die Mehrwertsteuer ab, zahlen Löhne und streben die Gewinnschwelle an. Am Ende des Schuljahres wird das Unternehmen wieder aufgelöst.
Ein wichtiger Schritt ist auch die Finanzierung: Im Businessplan planen die Teams, wie viel Kapital sie benötigen und wie sie es beschaffen können. Dazu geben sie sogenannte Partizipationsscheine aus, die von externen «Investorinnen und Investoren» – etwa Eltern, Lehrkräften oder lokalen Unterstützern – gekauft werden können. Die Höhe des aufgenommenen Kapitals ist dabei begrenzt, damit für alle Jungunternehmen vergleichbare Startbedingungen gelten.
Was nach einem Schulprojekt klingt, wird schnell ernst. Amélie Locher und Lorena Lo Chiatto von tîbi Waterkefir sagen: «Was im Wirtschaftsunterricht mit einer einfachen Idee begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu unserem eigenen kleinen Unternehmen und zu wichtigen Erfahrungen auf dem Weg ins Erwachsenwerden.»
Die Jugendlichen verkaufen ihre Produkte auf Weihnachtsmärkten, bei regionalen Veranstaltungen, auf Handelsmessen, im YES Marketplace oder über eigene Onlineshops. So erleben sie unmittelbar, was unternehmerische Verantwortung bedeutet.