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So viel kostet die Gründung eines Start-ups

Der Schritt in die Selbstständigkeit kostet nicht nur Mut. Damit Ihr Start-up nicht bereits in der Startphase in finanzielle Schieflage gerät, gilt es einiges zu beachten: Nicht nur das benötigte Grundkapital, auch administrative Kosten und zwingend notwendige Investitionen gehen ins Geld.

Eine eigene Firma zu gründen, ist in der Schweiz relativ einfach. Die Bundesämter unterstützen online mit ausführlicher Information und wertvollen Tipps rund um den Start ins Unternehmertum. Sich genau ins Thema einzulesen, ist der erste Schritt, den man vor einer Gründung machen sollte. Manchmal treffen Träume bereits in dieser Phase auf harte Realität. Die Verwirklichung einer Idee kostet Geld. Deshalb gilt: Um erste Umsätze machen zu können, müssen Sie sich bereits vor der Gründung um die finanzielle Situation Ihres Start-ups kümmern.

So viel Grundkapital brauchen Sie für die Gründung

Die Rechtsform, die Sie für Ihr Start-up wählen, bestimmt die Höhe des benötigten Grundkapitals. Wenn Sie sich zum Beispiel für die Gründung einer Aktiengesellschaft entscheiden, benötigen Sie mindestens 100'000 Franken. Vom vorgesehenen Aktienkapitel müssen Sie 20 Prozent und auf jeden Fall mindestens 50'000 Franken einzahlen. Gründen Sie hingegen eine Einzelfirma, brauchen Sie gar kein Grundkapital.

Benötigtes Grundkapital
  • Einzelfirma: 0.-
  • Kollektivgesellschaft: 0.-
  • Kommanditgesellschaft: 0.-
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung: CHF 20’000+
  • Aktiengesellschaft: CHF 100’000+ (davon mindestens CHF 50'000 Eigenmittel

So hoch sind die administrativen Kosten einer Gründung

Im Vergleich zu anderen Ländern sind die administrativen Kosten einer Start-up-Gründung in der Schweiz relativ gering. Die Administration rund um die Gründung einer Einzelfirma kostet im Schnitt zwischen 700 Franken und wenig mehr als 1000 Franken. Bei einer Aktiengesellschaft kann dieser Posten schnell mehr als 15'000 Franken betragen.

Administrative Kosten
  • Eintrag ins Handelsregister*
  • Einzelfirma: CHF 120
  • Kollektivgesellschaft: CHF 240
  • Kommanditgesellschaft: CHF 600
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung: CHF 600 (bei mehr als CHF 200'000 Kapital plus 0,2 Promille der übersteigenden Summe (auf maximal CHF 10'000)
  • Aktiengesellschaft: CHF 600 (bei mehr als CHF 200'000 Kapital plus 0,2 Promille der übersteigenden Summe, auf maximal CHF 10'000

*bei den Gebühren kann es kantonale Unterschiede geben

Beratungen (zum Beispiel Treuhänder)
  • Einzelfirma: CHF 0 bis 1000
  • Kollektivgesellschaft: CHF 0 bis 1000
  • Kommanditgesellschaft: CHF 0 bis 1000
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung: CHF 600 bis 2000
  • Aktiengesellschaft: CHF 1000 bis 4000
Gründung (Notar)
  • Einzelfirma: 0.-
  • Kollektivgesellschaft: CHF 1000 bis 3000 (Gesellschaftsvertrag)
  • Kommanditgesellschaft: CHF 2000 bis 4000 (Gesellschaftsvertrag)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung: CHF 700 bis 2000 (Gründungsakten)
  • Aktiengesellschaft: 800 bis 2500 (Gründungsakten, Aktienzertifikate)
Emissionsabgaben
  • Einzelfirma: 0.-
  • Kollektivgesellschaft: 0.-
  • Kommanditgesellschaft: 0.-
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung: 1 Prozent ab Kapital von mehr als CHF 1'000’000
  • Aktiengesellschaft: 1 Prozent ab Kapital von mehr als CHF 1'000’000

Vergessen Sie einmalige, aber notwendige Investitionen nicht

Ein grösserer Posten auf Ihrem Gründungsbudget werden einmalige, aber unumgängliche Investitionen sein. Vielleicht müssen Sie in die Produktentwicklung investieren und/oder eine Produktionsanlage bauen lassen. Auch das Marketing, das Sie benötigen, damit Ihr Start-up auf dem Markt überhaupt wahrgenommen wird, kostet schnell viel Geld. Ihr Geschäft braucht eine Grundausstattung: Haben Sie an Möbel, Hardware, Telefon usw. gedacht? Eventuell brauchen Sie auch ein Lager und einen Vorrat an Waren.

Wo gibt es Sparpotenzial?

Gut möglich, dass Sie zu Beginn Ihrer Geschäftstätigkeit noch keine grossen Umsätze erzielen werden. Deshalb sollten Sie sparen, wo sie können. Brauchen Sie einen kostspieligen Coach an Ihrer Seite? Geht es ohne oder mit eigener Marktforschung? Sie können Ihre Marktanalyse auch selber erstellen und erst danach einen Experten hinzuziehen. Überlegen Sie auch, ob Sie bereits eigene Geschäftsräume brauchen. Vielleicht bietet es sich an, während der Startphase im Homeoffice oder in einem Coworking Space zu arbeiten. Im zweiten Fall können Sie auch gleich die Infrastruktur mitnutzen und so Ihre Investitionen in diesem Bereich klein halten. In den BEKB-Ateliers an verschiedenen Standorten in der Region können Sie moderne Räumlichkeiten zum Arbeiten oder für Sitzungen kostenlos buchen.

Erstellen Sie einen Finanzplan für die Startphase Ihres Start-ups

Um herauszufinden, wie viel Budget Sie für die Gründung und die Startphase Ihres Unternehmens benötigen, müssen Sie alle Posten aufführen. Kümmern Sie sich um Ihre Finanzplanung. Eine Vorlage zur Finanzplanung Ihres Unternehmens stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Erfassen Sie alles, wofür Sie Geld ausgeben müssen und wollen: Neben den Gründungskosten (siehe oben) gehören dazu auch Löhne, Sozialabgaben, Steuern, Materialkosten, Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge etc.

Eine Faustregel besagt: Als Gründerin oder Gründer sollten Sie 30 bis 50 Prozent des Startkapitals aus eigenen Mitteln bezahlen können. Bei einer AG darf das Eigenkapital auch aus Aktionärsdarlehen bestehen. Die übrigen 70 bzw. 50 Prozent können mit Fremdkapital – zum Beispiel mit Bankkrediten oder Darlehen von Dritten – abgedeckt werden.

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