Nachhaltigkeit

Mit Enuu flink und ökologisch durch Biel

Wie können wir die urbane Mobilität umweltfreundlicher gestalten? Das fragte sich Luca Placi, Co-Gründer von Enuu. Mit BEKB-Kundenberater Jean-Pascal Pult unternimmt er eine Tour durch Biel und erzählt von seiner ökologischen, effizienten und günstigen Lösung: den Mini-Elektroautos, genannt «Enuu».

Ein kühler, bewölkter Frühlingsnachmittag in Biel. Ich warte zusammen mit BEKB-Kundenberater Jean-Pascal Pult vor der BEKB Biel auf Luca Placi, den Co-Gründer des Start-up Enuu. Enuu stellt Bielerinnen und Bielern zu günstigen Konditionen Mini-Elektrofahrzeuge zur Verfügung, die sie spontan nutzen können. Zu dritt unternehmen wir eine kleine Tour de Bienne.

Hallo Luca, wie geht es dir?
Luca: Gut, danke. Ich komme gerade von der Werkstatt, wo wir die Batterie meines Enuu ausgetauscht haben.

Ist es unterwegs stehen geblieben?
Luca: Nein, nein, das kann nicht passieren. Wir können die Batterieladungen aller Fahrzeuge rund um die Uhr kontrollieren. Sobald die Batterieladung eines Enuus weniger als 40 Prozent beträgt, wird die Batterie ausgetauscht.

« Enuu wirft die Batterien nicht fort, sondern wir laden sie in der Werkstatt auf.»

Das braucht ganz schön viele Batterien …
Jean-Pascal: Das dachte ich am Anfang auch. Enuu wirft die Batterien aber nicht fort, sondern lädt sie in der Werkstatt auf.
Luca: Ja. Übrigens mit lokal produziertem Ökostrom. Eine Batterie kann bis zu 600mal aufgeladen werden, bevor sie recycelt wird. Die Enuus bewegen sich mit den Batterien CO2-frei – in Biel wurden so schon über 15'000 saubere Kilometer gefahren.

Apropos Fahren: Wohin fahren wir heute?
Luca: Wir fahren zu meinem Lieblingsplatz in Biel. Lasst euch überraschen.

Beim Veloständer neben der BEKB finden wir zwei Enuus für Jean-Pascal und mich. Nachdem wir sie der App entsperrt haben, geht es los. Für mich das erste Mal und ich bin gespannt. Jean-Pascal als BEKB-Kundenberater von Enuu ist da schon etwas geübter. Mit bis zu 30 Stundenkilometern kurven wir auf Strassen und Velowegen durch Biel. Nur die Fussgängerzonen sind für uns tabu. Nach gut 7 Minuten erreichen wir unser Ziel: den Hafen. Wir stellen unsere BEKB-Enuus auf dem Veloparkplatz ab, ziehen die Handbremse an und beenden in der App unsere Fahrt, damit andere Leute die Enuus nutzen können. Fünf Minuten später sitzen wir gemütlich im Schatten auf der Terrasse des Strandbad-Lidos.

Das ist also dein Lieblingsplatz in Biel?
Luca: Ich bin einfach sehr gerne am See – egal, wo genau. Ich kam ursprünglich zum Studieren nach Biel und habe mich in die Stadt verliebt. Vor allem auch in den See.
Jean-Pascal: Das kann ich verstehen, ich bin selbst häufig am See – am liebsten bei der Schiffländte. Die ein- und ausfahrenden Schiffe verleihen einem ein Gefühl von Freiheit. Fast wie in den Ferien.
Luca: Genau! Und mit dem Enuu kommt man sehr gut hin, da es viele Veloparkplätze hat, auf denen man das Fahrzeug abstellen kann.

Habt ihr Enuu deshalb in Biel gestartet?
Luca: Mein Mitgründer Yoann Loetscher und ich sind beide Fans der Stadt Biel! Ausserdem konnten wir uns während des Studiums ein gutes Netzwerk hier im Seeland aufbauen. Das hat uns beim Start von Enuu sehr geholfen.

« Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, wie sich alle Leute ökologisch, effizient und günstig fortbewegen können.»

Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, Enuu zu gründen?
Luca: Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir den CO2-Fussabdruck in der urbanen Mobilität verringern können. Als Fahrzeugtechnik-Ingenieure fasziniert uns Mobilität und wir verfolgen die Entwicklung der Mikromobilität schon seit Längerem. Uns überzeugte aber einfach keiner der bereits bestehenden Lösungsvorschläge, also begannen wir selbst zu tüfteln. Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, wie sich alle Leute ökologisch, effizient und günstig fortbewegen können. So ist Enuu entstanden.

Die Enuus werden in China hergestellt. Wie könnt ihr das mit der Nachhaltigkeit vereinen?
Luca: Wir versuchen, so nachhaltig wie möglich zu sein. Autos in Biel herzustellen, das ist im Moment einfach nicht möglich. Wir haben aber die Arbeitsprozesse und das Management geprüft und gehen regelmässig zur Kontrolle vorbei. Während der ganzen Produktionskette achten wir auf einen möglichst geringen CO2-Ausstoss. Die Fahrzeuge haben eine Lebensdauer von fünf Jahren, danach werden sie recycelt. Das ist nicht perfekt, aber ich denke, es ist ein guter Anfang.

Trotz Spätfrühling ist es noch etwas kühl im Schatten. Wir verschieben uns an einen sonnigeren Platz auf der Terrasse. Ein kühles Getränk, hausgemachtes Glace, Aussicht auf den See … langsam beginne ich zu verstehen, wieso Jean-Pascal und Luca so gerne hier sind. 

Wie habt ihr euch finanziert? Autoherstellung ist ja nicht gerade günstig …
Luca: Das stimmt. Die Finanzierung erfolgte über die Stiftung für technologische Innovation STI, die unser Start-up mit einem zinslosen Darlehen unterstützt hat.
Jean-Pascal: Die STI wurde von der BEKB zusammen mit der Berner Fachhochschule gegründet. Sie fördert Jungunternehmerinnen und -unternehmer mit innovativen Projekten im Espace Mittelland. Dazu gehört nebst finanzieller Unterstützung auch Coaching. Ziel der Stiftung ist es, innovative Projekte mit Marktpotenzial zum Erfolg zu führen.

Wieso unterstützt die BEKB solche Projekte?
Jean-Pascal: Der BEKB ist die nachhaltige Entwicklung sehr wichtig und sie will einen aktiven Beitrag dazu leisten. Deswegen ist jedes Büro mit einem Mini-Bio-Kräutergarten ausgestattet und in unseren Begegnungszentren betreiben wir Insektenhotels. Quatsch, natürlich nicht! Nachhaltigkeit umfasst ja nicht nur Ökologie, sondern auch Gesellschaft und Wirtschaft. Deswegen fördert die BEKB innovative Projekte, die sich positiv auf die Nachhaltigkeit auswirken. Ennu macht die urbane Mobilität ökologischer und schafft Arbeitsplätze in der Region. Das passt also sehr gut zu uns.
Luca: Es ist echt toll, eine Partnerin wie die BEKB an unserer Seite zu haben. Finanziell, aber auch aufgrund der Expertise von unserem Kundenberater Jean-Pascal.

«Die Unternehmer haben es verdient, dass wir sie ernst nehmen.»

Wie sieht diese Partnerschaft aus?
Jean-Pascal: Mir ist eine ehrliche Feedbackkultur sehr wichtig. Viele Unternehmer investieren einen Grossteil ihrer Ersparnisse und sehr viel Zeit in ihr Projekt. Sie haben es verdient, dass ich sie ernst nehme, mir ihre Businesspläne detailliert anschaue und Details im persönlichen Gespräch mit ihnen diskutiere. Einmal aufgegleist, nehme ich keine aktive Rolle mehr ein, stehe aber für Fragen und Beratung immer zur Verfügung.

Wie geht es mit Enuu weiter?
Jean-Pascal: Im Moment erarbeiten wir gemeinsam die weitere Finanzierung.
Luca: Unser Ziel ist, dass wir Enuu über die App und Werbeflächen auf den Fahrzeugen finanzieren können, so dass die Kosten für die Nutzer möglichst tief bleiben. Zudem wollen wir 2019 in weitere Städte, zum Beispiel Bern, Zürich und Genf expandieren.

In der App checken wir, ob unsere Enuus noch auf dem Veloparkplatz stehen, oder ob in der Zwischenzeit jemand anderes damit herumfährt. Wir haben Glück: Alle drei Enuus sind noch verfügbar. Wir buchen die Enuus in der App und machen uns auf den Rückweg, der Schüss entlang zurück zur BEKB.

Das hat Spass gemacht!
Jean-Pascal: Ja, oder? Wenn du nicht aufpasst, bist du in ein paar Monaten einige Kilos schwerer, weil du nicht mehr zu Fuss unterwegs bist (lacht). Ich staune immer, wie leicht sich das Enuu steuern lässt und wie schnell man damit unterwegs sein kann.
Luca: Am besten gefällt mir, wie flink das Enuu ist. Wenn es auf dem Faubourg du Lac wieder einmal staut, kann ich mit dem Enuu auf dem Velostreifen alle Autos überholen.

Ist es das, was du als nächstes tun wirst?
Luca: Die Autos überholen? Ja (grinst). Ich stürze mich jetzt in die Rush-Hour. Aber dank dem Enuu bin ich ja jetzt viel schneller zu Hause. Und ökologischer als mit dem Auto. Double-win, oder?

Interview von Nadine Kradolfer

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